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 Betreff des Beitrags: SATA HDD Datenrettung
BeitragVerfasst: Mi 3. Jan 2018, 23:39 
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Hallo zusammen,

pünktlich zum 01.01.2018 hat sich eine SATA Platte verabschiedet. Leider ohne große Vorankündigung.
Windows ist eingefroren. Neustart gemacht und hat nicht mehr gebootet. Nochmal alle Kabel gecheckt, aber das wars.

Ich hab die Platte mal mit einem SATA-USB Adapter an mein Laptop angeschlossen, aber habe nur auf eine der drei Partitionen noch Zugriff.
Vom Geräusch her schließe ich auf einen Headcrash. Leider hat es diesmal wirklich die wichtigste Platte erwischt und ich hab kein vollständig aktuelles Backup. Ich brauch eigentlich nur zwei Dinge. Mein Thunderbird Profil Ordner und die Urlaubsbilder der letzten 15 Jahre ^^

Ich wollte mal Fragen ob ein Klon der Platte mit ddrescue noch sinnvoll ist oder es keinen Sinn mehr hat? Es handelt sich um wirklich wichtige Daten die nicht zu ersetzen sind und ich überlege ob ich eine Firma beauftrage, will es aber im Fall der Fälle auch mit der Linux Rettungstat nicht schlimmer machen. Mit Firmen kenne ich mich nicht aus. Hab mal gegoogelt und die Preise sind auf jeden Fall sportlich :adieu:


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 Betreff des Beitrags: Re: SATA HDD Datenrettung
BeitragVerfasst: Do 4. Jan 2018, 15:27 
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Squ@ll hat geschrieben:
Ich wollte mal Fragen ob ein Klon der Platte mit ddrescue... ...will es aber im Fall der Fälle auch mit der Linux Rettungstat nicht schlimmer machen...

Genau das würdest du im Falle eines Headcrashes aber machen. Mit jeder Umdrehung der Platte / Bewegung des Kopfes schleifst du mehr Kratzer in die Platter, was weiteren Datenverlust zur Folge hat.

Eigentlich bleibt nur Euronen in die Hand nehmen und ab zum Profi, oder Mut zum Risiko.
Bei dem Fehler "typisches Klacken" ist beim Abschalten der Kopf nicht in die Parkposition gezogen worden (geschieht rein mechanisch ohne Strom) und auf dem Platter gelandet. Das kann zu Fehler führen, muss aber noch nicht mal sein. Allerdings hängt der Kopf nun fest und kann nicht mehr von dem kleinen Stellmotor richtig bewegt werden. Somit ist die Platte teilweise, oder überhaupt nicht mehr lesbar.
Jetzt genügt reiner Mut, eine Büroklammer und ein (IMHO) 6er Torx-Schraubendreher. Mut deswegen, weil man eine HDD eigentlich nur im Reinstraum öffnen sollte. Solange man aber nicht gerade raucht, Chips isst oder sie genau neben einem Vogelkäfig aufmacht, funktioniert es i.d.R. Den Deckel der ausgebauten HDD öffnen. Dies sind meist sechs gut sichtbare Torx-Schrauben. Eine siebte ist unter dem Aufkleber versteckt (zumindest bisher bei mir bekannten Modellen). Da du von unten siehst wo der Motor sitzt und die Platter fast so groß sind wie die HDD breit, kannst du den Bereich bei der Suche schon mal ausklammern. Schließlich schraubt es sich ziemlich schlecht in ein rotierendes Medium... :mrgreen:
Die Schraube ist also außerhalb dieses Bereichs zu suchen (eher mittig, Richtung Anschluss). Kann man mit dem Fingernagel ertasten. Nun vorsichtig den Deckel abheben. Ab diesem Zeitpunkt sollte man möglichst alles unterlassen was Luftzug (Fenster ist zu, Tür nicht öffnen)[Staubaufwirbelung] etc. verursacht. Auch sprechen (feinste Tröpfchen), rauchen usw. ist untersagt. Wenn der Kopf auf dem Platter liegt, ist dies bereits dein Fehler. Jeglicher Kontakt mit den Plattern (wobei du eh nur den oberen siehst) ist zu vermeiden! Die vorher zu einem Haken gebogene Büroklammer in die eine, den Torx in die andere Hand. Am Kopf sind Löcher. Das nehmen, welches außerhalb der Platter liegt, Büroklammer "einhaken", Torx auf die Zentralbefestigung der Platter setzen (damit man die Platter halt gleich drehen kann). Nun leicht den Torx gegen den Uhrzeigersinn drehen und vorsichtig mit der Büroklammer den Kopf zurückziehen. "Klackt" er in die Parkposition sieht es zumindest mal gut aus.
Deckel unbedingt wieder aufschrauben, auch wenn die Versuchung groß ist sie mal geöffnet betreiben zu wollen. Sollte man vermeiden, denn die rotierenden Scheiben ziehen Staub magisch an und die Stanzungen im Deckel sind auch keine Zierde.
Man sollte nun gewappnet sein. Es kann sein, dass die Platte nun genau einmalig noch funktioniert. Es sollte also eine Ersatzplatte bereit liegen oder genügend Platz zum kopieren sein.

Auch wenn die Platte mehrmalig und scheinbar wieder problemlos funktioniert, würde ich von einem fortwährenden Einsatz abraten. Wenn sie einmal hängt, hängt sie auch ein zweites mal (gerade wenn sie älter sind) und dann kann es eben doch zum Datenverlust führen.

Bei den Firmen gibt es größere Unterschiede. Einige sind so fair und schauen erst was zu retten ist, dann unterbreiten sie abhängig vom Volumen und Aufwand ein Angebot. Nimmt man es nicht an, wird eine Pauschale von ~ 50,- € fällig. Ansonsten geht es dann für die Rettung bei >100,- € los.

*EDIT*
hier mal ein Pic (so sollte bspw. der Kopf nicht stehen = Headcrash! Die Parkposition wäre links, außerhalb der Platter)
Dateianhang:
HDD.jpg
HDD.jpg [ 195.56 KiB | 2710-mal betrachtet ]



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 Betreff des Beitrags: Re: SATA HDD Datenrettung
BeitragVerfasst: Fr 5. Jan 2018, 17:08 
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Das klingt auf jedenfall interessant und ich würde das auch probieren. Hab mir mal das Video bei YouTube hier angeschaut. Wäre das die richtige Vorgehensweise?
*** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar. Bitte registriere Dich, oder logge dich ein. *** Wie weit muss man den Kopf zurück haken oder rastet der automatisch dann am Anschlag ein?

Nur bei dem Geräusch bin ich mir nicht sicher. Ich hab die Platte nochmal kurz hochgefahren. Es ist ein gleichmäßiges Geräusch, aber es ist nicht so ein extremes klicken wie ich es von alten Platten mit Headcrash kenne. Mein Geräusch verschwindet auch mal wieder und ist nicht durchgehend zu hören. Ich hab noch gelesen im Netz, dass es an einem verklemmten Lager oder blockierten Spindel liegen könnte. Man soll dabei die Festplatte glaube in der Hand kreisen und auf die Geräusche achten.

Ich fasse nochmal zusammen:
- CrystalDiskInfo zeigt Status Vorsicht an
- Beim Zugriff auf die Partionen wird eine Formatierung gefordert
- Zugriff auf die Windows Partition wird verweigert
- Kopieren von Daten wurde probiert, aber war langsam und nicht vollständig

Ist die oben beschriebene Möglichkeit nur bei dem klicken bzw. eines Headcrashes durchzuführen oder kann es trotzdem sein das der Kopf auf dem Platter liegt und nur andere Geräusche von sich gibt?

*Update*

Ich hab in meiner Ramschkiste noch eine alte Samsung SATA 1TB gefunden und es ist bis auf den letzten Buchstaben in der Modellbezeichnung die gleiche HDD. Somit konnte ich schonmal reinschauen und einen Testlauf machen.

So sah es aus:
Dateianhang:
IMG_4009.JPG [191.66 KiB]
Noch nie heruntergeladen


Etwas näher:
Ich weiß nicht wie es auf deinem Bild gemeint war Borg, aber in der Mitte war keine Torx Schraube oder meintest du eine von denen im äußeren Ring?

Dateianhang:
IMG_4010.JPG [180.55 KiB]
Noch nie heruntergeladen


So sah es am Ende aus:
Dateianhang:
IMG_4011.JPG [107.37 KiB]
Noch nie heruntergeladen


Meine Testplatte ist leider leer, aber hat nach dem anstecken keinerlei Geräusche mehr gemacht und wurde direkt erkannt von Windows. Die Büroklammer ist etwas schwach. Vielleicht wäre nen dünner Imbus gut.


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 Betreff des Beitrags: Re: SATA HDD Datenrettung
BeitragVerfasst: Fr 5. Jan 2018, 23:40 
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Video: Ja, so sollte es gemacht werden.
Die Geräusche können trotzdem vom Kopf herkommen, der versucht sich korrekt zu positionieren, es aber wegen des "Hängers" nicht schafft.
Der Kopf "ditscht" automatisch in die richtige Endposition. Einfach ausgedrückt "hängt" er an einer Stelle und die "Feder" kann ihn über den Hänger nicht hinweg ziehen. "Feder" ist das heute nicht mehr, funktioniert aber rein mechanisch, damit auch beim plötzlichen Stromausfall die Platte noch sicher geparkt werden kann. Bei deinem Modell ist die Landezone sogar auf dem Platter. Findet man häufiger und ist auch nicht weiter schlimm, da dann in diesem Bereich keine Daten gespeichert werden.
Falls der Kopf hängt können bestimmte Daten, Partitionen oder ev. auch gar nichts mehr gelesen werden. Das kommt dann immer auf die Platte an, auf das verwendete Filesystem, ...

...und nein, die äußeren meinte ich dabei nicht. Bei dir ist halt nur eine Vertiefung. Kannst aber genauso vorsichtig per Hand an der Befestigungsscheibe drehen. Schraubendreher geht halt feiner zu dosieren und man kommt i.d.R. auch nicht an die Platter.
Mit was du ziehst ist eigentlich egal, solange du damit nicht auf dem Platter herum kratzt. Bei einigen ist das Loch so klein, da passt dann gerade mal die Büroklammer rein.



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 Betreff des Beitrags: Re: SATA HDD Datenrettung
BeitragVerfasst: Sa 6. Jan 2018, 22:12 
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Ich hab heut die zu rettende Platte mal aufgeschraubt und die Prodzedur dort durchgeführt.
Staub war keiner zu sehen, aber leider hat es nicht so geklappt wie bei der vorherigen Testplatte. Nach dem zusammenbauen und anstecken kommt immer noch das Geräusch.
Beim Zugriff auf die Partionen sagt er mir nur, dass ich sie formatieren soll. Die Hauptpartition mit wird noch mit NTFS erkannt, alle anderen sind als RAW angezeigt.

Das Geräusch hat nach 5 Minuten aufgehört und in der Computerverwaltung zeigt er mir alle Partitionen an. Ich lass jetzt mal ein Chkdsk laufen und werde danach nochmal mit Knoppix schauen, ob ich Zugriff auf die RAW Partitionen bekomme bzw. vielleicht sind sie nach dem Chkdsk wieder verfügbar. Beim CHKDSK tut die Platte normal arbeiten ohne Geräusche. Das klingt noch etwas nach Hoffnung.

Sonst noch jemand eine Idee? :roll:


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